June 22, 2026
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die durch den allmählichen Verlust von Motoneuronen gekennzeichnet ist. Mit fortschreitender Krankheit entwickeln viele Patienten Dysphagie, Mangelernährung und Atemstörungen, die alle mit schlechten klinischen Ergebnissen verbunden sind. Die perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) gilt weithin als die bevorzugte langfristige enterale Ernährungsmethode für Patienten, die nicht in der Lage sind, eine ausreichende orale Ernährung aufrechtzuerhalten. Klinische Beweise haben gezeigt, dass PEG den Ernährungszustand verbessern, das Aspirationsrisiko verringern und zu einem verlängerten Überleben bei Patienten mit ALS beitragen kann, was es zu einem wesentlichen Bestandteil der multidisziplinären unterstützenden Versorgung macht.
Dysphagie betrifft die meisten Patienten mit ALS im Krankheitsverlauf und führt zu Gewichtsverlust, Unterernährung, Dehydrierung und einem erhöhten Risiko einer Aspirationspneumonie. Zahlreiche Studien haben den Ernährungszustand und das Körpergewicht als unabhängige Prädiktoren für das Überleben bei ALS identifiziert.
Im Vergleich zur Sondenernährung wird PEG für Patienten empfohlen, bei denen eine enterale Ernährung voraussichtlich länger als vier bis sechs Wochen erforderlich ist. Zu den wichtigsten klinischen Vorteilen gehören:
Der Zeitpunkt der PEG-Platzierung spielt eine entscheidende Rolle für die klinischen Ergebnisse. Obwohl die aktuellen internationalen Richtlinien keinen genauen Zeitpunkt festlegen, empfehlen die meisten Experten, eine PEG in Betracht zu ziehen, bevor eine schwere Mangelernährung oder ein fortgeschrittenes Atemversagen auftritt.
Klinische Entscheidungen basieren typischerweise auf den folgenden Faktoren:
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eine frühere PEG-Einlage, bevor es zu einem signifikanten Gewichtsverlust und einer Verschlechterung der Atmung kommt, mit einer besseren Ernährungswiederherstellung und einem verbesserten Überleben verbunden ist.
Es gibt immer mehr Belege für die Wirksamkeit von PEG bei der Behandlung von ALS. Klinische Studien haben gezeigt, dass PEG:
Es ist wichtig zu beachten, dass PEG den zugrunde liegenden neurodegenerativen Prozess von ALS nicht verändert. Stattdessen verbessert es die klinischen Ergebnisse, indem es Mangelernährung vorbeugt und ernährungsbedingte Komplikationen reduziert.
PEG gilt als sicheres und etabliertes minimalinvasives Verfahren. Die meisten eingriffsbedingten Komplikationen sind mild und beherrschbar, darunter:
Schwerwiegende Komplikationen bleiben relativ selten.
Bei Patienten mit fortgeschrittener Atemstörung oder schlechtem Allgemeinzustand ist eine individuelle präoperative Beurteilung unerlässlich. Jüngste Fortschritte – darunter ultradünne Endoskopie, unsedierte PEG-Techniken und nicht-invasive Beatmungsunterstützung während des Eingriffs – haben die Verfahrenssicherheit bei Hochrisiko-ALS-Patienten weiter verbessert.
Die perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) ist zu einem wichtigen Bestandteil des Ernährungsmanagements für Patienten mit Amyotropher Lateralsklerose geworden. Eine frühzeitige und rechtzeitige PEG-Platzierung trägt dazu bei, den Ernährungszustand aufrechtzuerhalten, aspirationsbedingte Komplikationen zu reduzieren und die Überlebensergebnisse zu verbessern.
Da sich PEG-Techniken und perioperatives Management weiterentwickeln, wird erwartet, dass PEG eine immer wichtigere Rolle in der multidisziplinären Versorgung von ALS-Patienten spielen wird.
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